5 Jahre Lesezeichen e.V.

Förderverein Stadtteilbibliothek Sülz

5 Jahre ehrenamtliche Kulturarbeit  in Köln-Sülz

 

Im Jahr 2009 besteht der Verein Lesezeichen e.V. 5 Jahre. Hervorgegangen ist er aus der Initiative von Bürgerinnen und Bürgern aus Sülz, Klettenberg und Lindenthal im Sommer 2003, um die von der Stadt Köln beabsichtigte Schließung der Stadtteilbibliothek Sülz zu verhindern. In kurzer Zeit sammelten sie fast 5000 Unterschriften, vernetzten sich mit weiteren Bürgern, Initiativen und Fördervereinen anderer Bezirke und konnten so die Schließung der Sülzer Stadtteilbibliothek verhindern.

Um auch gegen künftige Schließungspläne organisatorisch gerüstet zu bleiben, gründeten diese – inzwischen 60 - BürgerInnen im März 2004 den Lesezeichen e.V., Förderverein Stadtteilbibliothek Köln-Sülz. Heute hat der Verein mehr als 100 Mitglieder.

 

Mit eigenen lesekulturellen Aktivitäten sollte die Stadtteilbibliothek und ihre Akzeptanz so sehr gestärkt werden, dass ihr Fortbestand nicht mehr in Frage gestellt würde. Dies hat der Verein mit vielfältigem Engagement erreicht. Von einer Schließung der Sülzer Bibliothek war in den letzten Jahren nicht mehr die Rede.

 

Das kleine Jubiläum von 5 Jahren nimmt der Verein zum Anlass, die Öffentlichkeit über seine  bisherigen kulturellen Aktivitäten  zu informieren.

 

§        Mehr als 30 Veranstaltungen (Lesungen, Kabarett etc.) in der Stadtteilbibliothek Köln-Sülz wurden vorbereitet, organisiert und finanziert. Die Veranstaltungen waren für die Interessenten ausnahmslos kostenfrei und haben die Bindung zwischen BürgerInnen und Bibliothek gestärkt. Alle Veranstaltungen hatten einen lokalen Bezug, und es wurden dafür fast ausnahmslos Autoren oder andere Persönlichkeiten gewonnen, die im Veedel leben.

 

§        Als der Bücheretat gekürzt wurde, kaufte der Verein für die Stadtteilbibliothek Köln-Sülz für einige Tausend Euro Bücher (englische Kinderliteratur, Sachbücher, aktuelle Computerliteratur, Reiseliteratur), um das Leseangebot noch interessanter zu machen.

 

§        Zweimal wurde eine „Aktion Kaufrausch“ für junge Leser veranstaltet:  Die Jugendlichen durften jeweils für 1000 € Bücher und andere Medien nach ihrer Wahl für die Stadtteilbibliothek einkaufen. Sie halfen hinterher, die Bücher ins System der Stadtbibliothek einzuarbeiten und veranstalteten dann mit diesen Büchern eine Lesung für Jugendliche.

 

§        Mit der Aktion „Lust am Lesen doch kein Geld“ wurde auf die vorrübergehende Abschaffung des Kölnpasses reagiert. Für Empfänger von Arbeitslosengeld II oder von Sozialgeld stand nun die volle Benutzungsgebühr an und aufgrund ihrer materiellen Beschränkungen war so auch die Teilhabe an der Lesekultur gefährdet. Deshalb hat  der Lesezeichen e.V. für 150 Betroffene die Jahresmitgliedschaft bei der Kölner Stadtbibliothek auf Antrag bezahlt.

 

§        Aktuell läuft eine langfristig konzipierte Veranstaltungsreihe: Schulklassen aus dem Einzugsgebiet werden zu einer Autorenlesung in die  Sülzer Stadtteilbibliothek eingeladen und anschließend in Angebot und  Nutzung der Bibliothek eingeführt.

 

§        In der Kindertagesstätte Geißbergstrasse haben Vereinsmitglieder eine Märchenwoche mit anschließendem Ausflug zum Märchenwald in Altenberg sowie weitergehende Leseförderung durchgeführt.

 

§        Einige Mitglieder übernahmen Lesepatenschaften für ältere immobile Mitbürger.

 

§        Lesezeichen e.V. veranstaltete einen Bilder- und Schreibwettbewerb „Leben in meinem Veedel“ mit anschließender Ausstellung der Ergebnisse und Lesung der PreisträgerInnen.

 

§        In der Vernetzung mit anderen Kulturinitiativen vor Ort wurden bei einem Kulturwochenende „Junge Welt“ Arbeiten junger Künstler präsentiert.

 

Die aktuell geplante Kürzung des Kulturetats der Stadt Köln könnte wieder den Bestand der Stadtteilbibliothek Köln-Sülz und somit ein für alle offenes kulturelles Angebot  vor Ort gefährden. Der Etat für die Anschaffung neuer Bücher wurde bereits gekürzt. Dies erfüllt uns mit großer Sorge und hält im Verein die kritische Aufmerksamkeit weiter wach. 

 

Köln, den 3.10. 2009                                                 Margete Verweyen

                                                                                                                      1.Vorsitzende