107 Jahre Bibliothek Sülz - eine der ältesten Kölner
Stadtteilbibliotheken
27.10. 1897 Gründung der Volksbibliothek IV
in der Richard-Wagner-Str..
Stifter Bankier Camphausen gab 10. 000 Mark für die
Errichtung einer Volksbibliothek und einer Lesehalle.
Unterbringung in leerstehenden
Räumen einer Volksschule.
Bis 1906 gab es nur ehrenamtliches Personal in den
Volksbibliotheken.
Wohltätigkeitscharakter der Volksbibliotheken war von den
ersten Stiftern ausdrücklich vorgegeben (Gründung von Volksbibliotheken zur
Lösung der sozialen Frage) bis etwa 1905.
Nach dem Willen der Gründer sollten später auch Leser aus
den gebildeten Schichten angesprochen werden.
Alle Volksbibliotheken waren seit 1902 Schalterbibliotheken mit Indikator.

Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Becker waren
1914
Neueinrichtungen für
drei Bibliotheken geplant, u.a. auch für
Sülz. Sie sollte in einem Schulneubau auf Kosten der Stadt
eingerichtet werden. Wegen des 1. Weltkrieges verzögerte sich das Vorhaben.
Die schon gekauften Bücher für Sülz konnten nicht
aufgestellt werden, weil der Raum nicht frei war und auch nach Kriegsende
anderweitig benötigt wurde; 1918 wurden diese Bücher dann auf andere Bibliotheken
verteilt.

Am 18.3.1926 wurde die Volksbücherei IV in Sülz
eröffnet. Sie war übrigens die erste
Bücherei, die nur mit städtischen Mitteln eingerichtet wurde. Bestand: 4600 Bände.
Standort : Palanter Str.
Am 31.5.1942 erster Luftangriff auf Köln. Die
Bibliothek IV wurde dabei so stark
getroffen,
dass die Räume nicht mehr benutzt werden konnten. Da
ein
Teil der Möbel, Bücher und Kataloge gerettet werden konnte, nahm die Bücherei
bald den Betrieb in einem Cafe in der Zülpicher Str. wieder auf.

Im Februar 1943 wurde
auch das neue Domizil in der Zülpicher Strasse zerstört. Mit den wenigen
geretteten Beständen eröffnete man die Bücherei in einem Kellerraum einer
schwer beschädigten Schule in der Euskirchener Strasse erneut.
Ab November 1944 mussten alle Kölner Büchereien schließen.

Am 1.6.1946 wurde die Bücherei Sülz in der
Schule Euskirchener Strasse 52 als
Thekenbücherei
wieder eröffnet. Bestand: 5.100 Bände
1949/50 Umzug in die Räume in der
Emmastrasse


Am 10.1.1966 erneuter Umzug in die jetzigen
Räume in der Wichterichstrasse 1, als
moderne
Freihandbücherei.
Unterbringung
in der 1. Und 2. Etage eines Wohn/Geschäftshauses.
Es handelt
sich um räumlich beengte und nicht erweiterungsfähige
ehemalige
Wohnungen. Fläche ca. 390 m²
Die Bibliothek
befindet sich seit fast 40 Jahren an diesem Platz, ist eine der erfolgreichsten
Kölner Stadtteilbibliotheken mit 37.000
Medien und fast 5.000 eingetragenen aktiven Kunden. Davon sind 57 % Kinder,
Jugendliche und junge Leute in der Ausbildung.
Text und
Fotos: StadtBibliothek Köln